Datenrettung: Es gibt kein universelles Heilmittel

Festplatte kaputt - Harddisk Crash
Teil 1 von 5 Beiträgen der Serie Datenrettung

Es gibt viele Gründe, warum eine Festplatte kaputt gehen kann. Es kann ein Hardware- oder Softwarefehler vorliegen. Ist die Hardware defekt, kommen viele Komponenten in Frage – der „Controller“, die Stromversorgung, zerkratzte Magnet-Scheiben und vieles mehr.

Liegt ein Problem mit der Software vor, ist die Fehlersuche ebenfalls keine Kinderübung. Vor allem ist die Ermittlung der Ursache nicht einfach. War es ein Virus, der in boshafter Absicht die Daten löschte? War plötzlich der Strom weg, als die Festplatte gerade wichtige Daten aktualisierte?

Ich möchte und kann an dieser Stelle kein Fachkompendium zur Datenrettung schreiben. Ich kann aber an meinem persönlichen Beispiel die Praxis – statt Theorie – erörtern. Denn was in vielen theoretischen Beiträgen zum Thema „Datenrettung von Festplatte“ steht, kann von Betroffenen oft nicht nachvollzogen werden. Umso ärgerlicher, wenn Autoren eine kostenpflichtige Software nahelegen, die am Ende überhaupt keine Resultate bringt.

Denn jeder Defekt an einem Gerät – sei es ein Fernseher oder eine Festplatte – hat eine andere Ursache und muss anders behandelt werden. Man tauscht bei einem Fernseher ja auch nicht gleich den TFT Bildschirm aus, wenn er nicht angeht. Zuerst wird immer die Stromzuvor geprüft, danach schließt man Ursachen aus und wählt andere Lösungswege – bis der Fehlerursprung eingegrenzt wurde.

Ich selber bezeichne mich weder als Computer-Experte, noch Laie. Mein Computer konfiguriere und baue ich selber zusammen, Probleme löse ich selber – mit mehr oder weniger Zeitaufwand. Aber bei der aktuellen „Datenrettung“ fühle ich mich in der Tat wie ein Neuling.
So ergeht es sicher der Mehrheit der PC-Nutzer. Selbst wenn jemand schon erfolgreich eine Grafikkarte für seinen PC heraussuchte und einbaute, macht das aus ihm kein „Datenrettungs-Guru“. Auch ich dachte: „Na, da nehm ich mal eines der vielen guten Datenrettungs-Tools und die Daten sind alles wieder heile“ – Pustekuchen!

Vor allem kostenpflichtige Tools versprechen eine „kinderleichte“ Rettung ihrer Festplatte. Ich habe aber bisher noch keine befriedigende Lösung gefunden. Zwar konnte ich einzelne Dateien „retten“, doch liegen sie jetzt namenlos und ohne Pfadangabe in Ordnern mit fortlaufenden Nummern.

Das Rettungsprogramm „7-Data Recovery Suite“ für 50 Dollar, findet zwar verstreute Daten, aber repariert nicht die wichtige Partitionstabelle. Die Folge: Die gefundenen Daten werden einfach der Reihe nach „zurückgeholt, aber völlig zusammenhangslos. Dieses Tool ist für mich unbrauchbar.
Was soll ich mit 10.000 Bildern, die weder über einen Namen noch Ordnerzugehörigkeit und vor allem Aufnahmedatum verfügen?

Verlorene Daten spüren sie alle besser oder schlechter auf. Doch ohne Partitionstabelle sind die gefunden Dateien unbrauchbar.

Im nächsten Abschnitt beschreibe ich mein Problem, wie ich den Defekt bemerkte und was ich gedenke zu unternehmen.

Beitrags NavigationDefekte Festplatte: Fehler erkennen – Lösung suchen >>