Hilfe bei Kleidermotten, wer ist der Schädling? Raupe oder Motte?

Kleidermotte
Kleidermotte
Teil 1 von 6 Beiträgen der Serie Hilfe bei Kleidermotten

Sind Kleidermotten erst einmal in den eigenen vier Wänden angekommen, kann es sehr teuer werden. Sie fressen so ziemlich alles, haben keinen Respekt vor namenhaften Designern und verschmähen nicht einmal für sie eigentlich unverdauliche Stoffe wie Mischgewebe oder Plastik.

Die Motte ist nicht der Schädling

Die (Kleider-) Motte gehört zu den Schmetterlingen, den Nachtfaltern. Wo andere Schmetterlinge (für uns) nützliche und wunderschön anzuschauende Tierchen hervorbringen, gibt es bei den Kleidermotten ein hausgemachtes Problem mit uns Menschen. Der liebe Gott erschuf nämlich die Tineola bisselliella genannte Art, damit ihre Raupen tierische Überreste beseitigen. Sie sind fixiert auf die Beseitigung von Keratin und Chinin. Keratin ist der Hauptbestandteil von Säugetierhaaren, Finger- und Zehennägeln, aber auch den Hautschuppen. Wo auch immer wir Menschen Hautschuppen verteilen, verteilen wir kostenlose Leckerlis für Kleidermotten und laden damit laden diese eigentlich nützlichen Schmetterlinge ein.

Dieses Hintergrundwissen ist wichtig, um uns für eine effiziente und preiswerte Mottenabwehr Strategie zu endscheiden. Wer hingegen sich auf die „Fachleute“ der „Mottenpolizei“ hört, kann schnell hunderte Euros in den Sand setzen. Geht es nach den Vorstellungen der Hersteller, müssen alle Räumlichkeiten „ausgeräuchert“ werden.

Der Lebenszyklus der Kleidermotte

Nachdem die Motten-Mama vom Motten-Papa erfolgreich geschwängert wurde, sucht sie sich ein warmes, dunkles und windgeschütztes Plätzchen um bis zu 250 Eier abzulegen. Geradezu anziehend wirkt Schweißgeruch auf die Damen der Mottenwelt, ungewaschene Bekleidung.
Nach etwa zwei Wochen schlüpfen aus den Eiern kleine weiß-gelbliche Raupen, die nun ihr zersetzendes Tageswerk beginnen. Mit ihrem scharfen Beißwerkzeug durchlöchert sie alles, was ihr in die Quere kommt. Neben tierischen Stoffen wie Wolle, Leder oder Seide fallen auch zellulosehaltige Textilfasern pflanzlicher Herkunft, Kunstseide sowie synthetisches Gewebe dem Schädling zum Opfer.

Die Kleidermotte selber dümpelt nach dem Geschlechtsakt noch eine Weile durchs Revier, nimmt etwas Flüssigkeit zu sich und stirbt, fällt irgendwann tot um.

Bereits nach 60 Tage, abhängig von den Umweltbedingungen, startet eine neue Mottengeneration ihren Flug durch die Wohnung.

Eine Anmerkung zu den Begrifflichkeiten. Einige Publikationen nennen das gefräßige Mottenbaby „Raupe“, andere „Larve“ – das ist (pauschal gesagt) alles das Selbe.

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