Laser im Hobbybereich und Modellbau – was sie können und was nicht

Laser Plexiglas
Teil 2 von 10 Beiträgen der Serie Laserschneiden

Sie können unterschiedlich Materialien bearbeiten, bei denen sie bisher verschiedene Werkzeuge benötigten. Ein großer Vorteil ist die kontaktlose Materialbearbeitung. Sie müssen das Werkstück nirgendwo einspannen. Weiterhin entfällt das Anreißen von Schnittkannten oder Bohrmarkierungen.

Auch kleinere Laser können dickere Materialien schneiden. Dazu fahren sie die Schnittkannten einfach in mehreren Durchläufen ab. Eine gute Lasersoftware macht das automatisch.

Das „A & O“ ist die Fokussierbarkeit des erzeugten Lichtstrahls. Ein scharfer Laserstrahl kann mit halb so viel Leistung doppelt so starkes Sperrholz schneiden als eine 20 Watt Laserdiode mit einem schlitzförmigen Laserfokus.

Ein kleiner Nachteil beim Lasern: Manche Materialien neigen dazu sich zu entzünden. Abhilfe verschafft ein kleiner angebauter Ventilator, der die heißen Gase vom Material pustet.

Holz
Sperrholz hat man bisher mit der Stichsäge oder neuerdings einer kleinen CNC-Fräsmaschine ausgesägt. Bei Verwendung einer Stichsäge musste zuerst irgendwie das Sägemuster auf das Sperrholz übertragen werden. Mit einem Bleistift? Einfach per aufgeklebter Papierschablone? Einfach war das nicht, das aufgeklebte Papier löste sich sehr schnell bei jedem Zug des Sägeblattes. Heute übernimmt ein Lasercutter diesen Part. Er kann direkt aus einer Datei das Sperrholz akkurat schneiden, ohne das Ungenauigkeiten zu befürchten sind.

Textilien
Letztens nahm ich mir das Schnittmuster einer Mund-Nasen-Maske vor. Aber wie bekomme ich (als Unkundiger) das Schnittmuster auf das Textil? Habe ich überhaupt eine geeignete Schere oder muss ich mir extra eine Textilschere kaufen? Ja, musste ich. Denn mit meiner „scharfen“ Schere bekam ich keinen ordentlichen Schnitt hin. Ganz zu schweigen davon, wie ich das Schnittmuster auf den Stoff übertrage. Ein Laser löste das Problem. Der glatt gebügelte Stoff wurde unter den (China) Diodenlaser gelegt, das Schnittmuster mit einem Grafikprogramm an die Laser-Software geschickt und – fertig. Das Ergebnis war perfekt. Selbst Jeansstoff schnitt mein 20 Watt China-Laser wie Butter. Möglich ist auch das Schneiden mehrere Lagen verschiedener Stoffarten. 

Plastik, PVC Folie
Zu Beginn der Corona-Krise hatte ich wirklich Sorge, dass sich alles extrem schnell negativ auswirken kann. Geschäfte müssten schließen, Tankstellen haben kein Personal, Engpässe in der Versorgung seinen vorprogrammiert. Teilweise   kam es auch dazu. Meine Idee war – Ich habe einen mobilen Desinfektionsmittel-Zerstäuber am Schlüsselband. Ein kleiner 50ml Zerstäuber, den ich am Schlüsselband befestigen kann. Den ich nicht in der Hosen- oder Rucksacktasche verstecken muss, was zur Kontamination meiner Kleidung führt. Die Lösung: Eine Lasche aus PVC,  die mit einer Niete den Hals des Zerstäubers mit dem Karabiner eines Schlüsselbandes verbinden. Ich brauchte eine Idee um 0.35 starke PP-Folien sauber zu schneiden. Ein Brother Plotter erwies sich als ungeeignet. Die Klebematte versagte nach mehreren Durchgängen. Die Lösung: ein Laser schneidet die Laschen aus.

Handyhüllen, weiches Material, Kork, Moosgummi, Filz und ähnliches
Gravuren auf Pokalen, Namensschildern und anderen festen Stoffen sind für konventionelle Gravurmaschinen kein Problem. Leder oder Moosgummi lässt sich auf diese weiße nicht gravieren, hier bietet sich ein Laser Engraver (Lasergravierer) an. Berührungslos arbeitet sich ein geeigneter Laserstrahl durch das Material um es zu gravieren oder schneiden. Gravieren sie Smartphonehüllen möglichst mit „Durchzug“ im Zimmer – das verwendete Material enthält oft giftige Stoffe, die während des Verbrennungsprozesses in die Atemluft gelangen.

Glas
Glas können sie nicht schneiden, es würde platzen. Gravieren können sie Glas sehr gut. Bei Einsatz eines schwächeren Diodenlasers können sie die Glasoberfläche mit schwarzem Nagellack abdunkeln, damit der Laserstrahl nicht wirkungslos durch das Glas durchgeht.  

Metall
Metalle lassen sich mit diesen Lasern nicht schneiden, wohl aber gravieren. Streichen sie dazu die Metalloberfläche mit Ruß ein, dies verhindert die Reflexion des Laserstrahls.

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