Notebook Entwicklung: In den letzten 30 Jahren 250.000-fache Rechenleistung erreicht!

Ich habe einen alten Notebook vor mir liegen, damals eine Sensation. Der VOBIS „Highscreen 486SX 25“ aus dem Jahr 1994. Wenn die Entwicklung der Durchschnittslöhne und die Inflation eingerechnet werden, kommen wir heute auf einen äquivalenten Preis von rund 3.000 Euro.

Für diesen stolzen Preis erhielt mein Vater einen mobilen Rechner mit 4 MB (0,004 GB) RAM Arbeitsspeicher, einer 210 MB (0,000210 TB) kleinen Festplatte und einen Farb-Bildschirm mit 800×600 Pixel bei maximal 256 Farben. Die CPU hatte einen Kern und war mit 25 MHz (0,025 GHz) getaktet.

Was sich heute, 25 Jahre später, lächerlich anhört, war damals für viele ein Stück unbezahlter Technik. Die „SX“ Variante der Intel CPU war eine für Notebooks abgespeckte Version des „I486“. Der Coprozessor wurde deaktiviert um Strom zu sparen und eine längere Akku-Laufzeit zu ermöglichen. Die Rechenleistung lag bei 11 MFLOPS.

Was sind „FLOPS“?
FLOPS steht für „Floating Point Operations Per Second“ und beschreibt die Leistungsfähigkeit von Computern. Der Wert gibt an, wie viele Rechenaufgaben (Additionen oder Multiplikationen) ein Computer in der Sekunde ausführen kann.

Die damalige Intel CPU “ i486SX 25″ schaffte demnach 11 Mega (M)FLOPS. 11 Millionen Rechenoperationen pro Sekunde waren damals im Heim- und Bürobereich ein sehr guter Wert.

Für 3.200 Euro bekommt man heute ein MSI Notebook mit 17,3 Zoll Bildschirm und einer Intel Core i7-9750H CPU, insgesamt 40 GB RAM und 2 TB Festplatte, wobei 1 TB von einer super schnellen SSD-Festplatte zur Verfügung gestellt wird. Er verfügt über 10.000 mal mehr Arbeitsspeicher und dem 10.000 fachen der Festplattenkapazität des damaligen High-End Notebooks.

Das ist eine beträchtliche Steigerung im Bereich Arbeitsspeicher und Festplattenplatz? Das ist ein Kinderschritt im Vergleich zur gestiegenen Rechenleistung. Der “ MSI GT75 9SF-270 Titan“ hat eine Rechenleistung von 2,8 Tera (T)FLOPS – das 254.545-fache des alten Notebooks „Highscreen 486SX 25“ aus dem Jahr 1994.

Selbst Apples älteres „iPhone 6“ (1,4 Tera (T)FLOPS) ist über 100.000 mal schneller als der „Highscreen“.

Verschiedene Autoren stellten ebenfalls Leistungsvergleiche auf. Graham Kendall, Professor an der Universität Nottingham, verglich den Bordcomputer der Apollo 11 Rakete mit aktuellen Smartphones. Das iPhone 6 ist demnach etwa 120 Millionen mal schneller als der „Apollo Guidance Computer“ (AGC).

Ich bin gespannt, wie schnell die Computer in weiteren 30 Jahren sind. Wozu bräuchten unsere Kinder einen Computer mit einer 250.000-fachen Rechenleistung?

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