Staub & Kratzer entfernen auf Fotos mit SilverFast HDR

Gestern wollte ich mit Adobe Lightroom verschiedene schon vor Jahren gescannte Bilder katalogisieren und automatisch bearbeiten. Dabei bemerkte ich, dass einige meiner gescannten Dias mit Staub und Kratzer zu kämpfen haben. Erneut scannen? Kommt nicht in Frage, das war eine Heidenarbeit. Also bleibt mir nur die nachträgliche Staub- und Kratzerentfernung mit Silverfast.

Ich nutze Silverfast HDR 9. Diese Software hat, neben einer Infrarot-basierten Staub- und Kratzerentfernung eine digitale Lösung implementiert, genannt SRDx.


Was ist und macht SRDx

Algorithmen erkennen Staub und Kratzer aufgrund der Bildinformationen um die Defekte herum, die sehr stark abweichen. Der Algorithmus wurde auch so programmiert, dass er typische Kratzerspuren besonders gut erkennt. Mithilfe der Bildinformationen können erkannte Fehler „heraus“ gerechnet werden. Im Gegensatz zu anderen Programmen für Kratzer und Staubentfernung werden keine Weichzeichner genutzt, welche die Bildqualität im verschlechtert. Dank verschiedener Einstellungsmöglichkeiten können Bildstörungen optimal beseitig werden, ohne wichtige Bilddetails zu verändern.
Die Bildbearbeitungs-Software SilverFast HDR und HDR Studio ermöglicht auch das nachträgliche Entfernen von Defekten mit der SRDx-Funktion. SRDx ist geeignet für schwarz-weiße Filme, Kodachrome Filme, Fotoabzüge und Bilder aus der Digitalkamera.

Los geht es mit dem virtuellen Leuchttisch


Bei dem Silverfast VLT handelt es sich um einen virtueller Leuchttisch, ein Bilddatei-Browser. Der VLT hilft bei der schnellen und übersichtlichen Auswahl der Bilder, die mit Silverfast im Stapelmodus automatisch optimiert werden sollen – beispielsweise der automatischen Staub- und Kratzerentfernung mit SRDx im Stapelmodus.


Die Bestückung des Leuchttischs (VLT) ist dabei denkbar einfach – wenn Du erst einmal weißt wie das funktioniert. Nach Programmstart siehst Du den folgenden Bildschirm. In einer der oberen Zeilen siehst Du kleine Icons, Bildchen. Eines davon symbolisiert eine Glühbirne mit dem darunter notierten Text „VLT“. Klick darauf und die Leuchttisch-Oberfläche erscheint.


Wie kommen die Bilder auf den virtuellen Leuchttisch?

Oben ist eine Zeile, in der Du ein Laufwerk sowie Ordner und Unterverzeichnisse anwählen kannst. Klick dich einfach bis zum gewünschten Ordner, der die zu optimierenden Bilder enthält, durch.
Komplette Laufwerke oder Ordner werden über dieses Navigations-Werkzeug auf den Leuchttisch gezogen. Im Übersichts-Modus werden kleine Vorschaubilder der im gewählten Ordner enthaltenen Fotos angezeigt. Durch eine Lupen-Funktion können sie vergrößert werden.

Auf diese Weise bekommst Du gleich alle Bilder eines Ordners auf den Leuchttisch. Du willst nur einzelne Bilder eines Ordners (Verzeichnis) auf den digitalen Leuchttisch legen?

Auswahl der zu optimierenden Bilder im VLT

Die Optimierung der Bilder findet in Silverfast HDR (Studio) statt. Der VLT dient lediglich als Hilfe zur Sortierung und Auswahl der Bilder. Hast Du deine zu optimierenden Fotos ausgewählt, müssen sie nur noch in den Job-Manager verschoben werden. Aber wie wählst du teilweise unter tausenden Bildern die Gewünschten aus?

Auswahl der Bilder im Ordner über Filter

Damit ein schneller Überblick über die Bilder im Verzeichnis gewonnen werden kann, können verschiedene Filter kombiniert und genutzt werden. Dadurch werden in der Listen- oder Galerie-Ansicht nur die Dateien angezeigt, die den gewählten Kriterien entsprechen.

Dank dieser Optionen können Dateien schneller selektiert und in den Job-Manager importiert werden, der dann letztendlich per Stapelverarbeitung eine Reihe von Optimierungen auf alle ausgewählten Bilder anwendet.

Einzelne Bilder auswählen/selektrieren und in den Jobmanager verschieben

Sehr oft sollen nur eine Handvoll Fotos verbessert und von Staub- oder Kratzer befreit werden. Wie bekomme ich eine einzelne Datei in den Job-Manager von Silverfast HDR? Ganz einfach:

  • Markiere einzelne Bilder mit der Strg– und linken Maus-Taste.
  • Jetzt rechte Maustaste drücken und „ausgewählte Bilder zum JobManager hinzufügen“ wählen.

Bilder, die einmal Job-Manager liegen und gespeichert wurden – egal aus welchem Ordner oder Festplatte sie stammen – können nun in einem Ritt bearbeitet werden.

Wie komme ich jetzt zum Jobmanager?

Okay, es wurden Bilder auf den Leuchttisch gelegt, markiert und in den Jobmanager verschoben – doch wo rufe ich den Jobmanager auf und sehe die darin gelisteten Bilder? Ich klickte links unten im Leuchttisch auf das runde Bildchen mit ein paar Zahnrädchen und der Beschriftung „Jobmanager“ – aber nix passierte.
Ich mache es kurz: ich nutze zwei Monitore. Der Jobmanager ploppte nicht auf dem Monitor neben dem VLT auf, sondern auf den zweiten Monitor und wurde aufgrund seiner Winzigkeit nicht wahrgenommen. Schließlich war ich auf den Monitor mit dem Leuchttisch fixiert.

Also: Im Leuchttisch unten links auf das runde Jobmanager-Icon klicken und irgendwo erscheint dann die kleine Oberfläche des Jobmanagers.

Was stelle ich jetzt im Jobmanager ein?

Der Begriff Jobmanager ist offensichtlich – eine Reihe von Arbeitsschritten wird abgearbeitet. Die Bilder, um die es geht, wurden zuvor in den Leuchttisch gezogen, dort ausgewählt und danach in den Jobmanager exportiert.

Was als nächstes im Jobmanager einzustellen ist, ist eigentlich eine recht blöde Frage. Denn es kommt darauf an, was Du im Endeffekt von einer Bildoptimierung erwartest.

  • Kratzer entfernen?
  • Zu dunkle Bereiche aufhellen und zugleich zu helle Bereiche verdunkeln?
  • Farben „harmonisieren“, also den Tonwert korrigieren?
  • Das Foto beschneiden?
  • Den Kontrast optimieren?
  • Einzelne Farben selektiv hervorheben oder abschwächen?

Viele Dinge sind möglich. Was Du nun im Jobmanager einstellst, hängt davon ab was du wünschst.
Aber im Jobmanager stellst du nicht wirklich die von Dir gewünschten Einstellungen ein. Ja, das hört sich mal wieder etwas verwirrend an. Aber erinnere dich – Der Jobmanager verwaltet nur eine Reihe von Bildern, auf die bestimmte Arbeitsschritte angewendet werden.

Konkrete Einstellungen für die Bildbearbeitung werden im Hauptfenster vorgenommen.

Im Hauptfenster Bearbeitungsschritte festlegen

Im Jobmanager siehst Du jetzt also eine Reihe von Bildern. Mit einen Doppelklick auf das erste Bild im Jobmanager öffnet sich das Hauptfenster mit einer Menge von Eingabefeldern, Häkchen, Schieberegeln und Menüpunkten. Hier bist Du jetzt richtig.

Silverfast Hauptfenster und rechts Jobmanager

Zunächst aktivierst du die Einstellungen und Parameter, die auf alle Bilder im Jobmanager angewendet werden sollen.

  • Auto-CCR: Bildautomatik für Farbstich Entfernung
  • USM: Unschärfe-Maskierung schärft das Bild (Stärke „20“ einstellen)
  • AACO: Autoadaptive Kontrast-Optimierung
  • Mittelton: -15
  • Kontrast: 10
  • Sättigung: 10

Grundeinstellungen kopieren und auf alle Bilder im Jobmanager anwenden

Die soeben gemachten Einstellungen sollen auf alle Bilder im Jobmanager angewendet werden.
Klicke im Jobmanager auf das aktuell bearbeitete Bild und dort auf das Dokumenten-Symbol.
Es öffnet sich ein kleines zusätzliches Fenster.
Bei den Filter-Einstellungen kannst du nun die Filter aktivieren, die auch auf alle anderen Bilder angewendet werden sollen.
Jetzt kannst Du festlegen, auf welche Bilder die kopierten Einstellungen übertragen werden sollen:

  • Anwenden auf ausgewählte
  • Anwenden auf alle

Jobmanager starten

Du hast die grundlegenden Optimierungsschritte für alle Bilder im Jobmanager eingetragen und eventuell einzelne Bilder weiterführenden Routinen unterzogen? Okay, dann klickst Du im Hauptfenster oben auf das Icon/Text „Stapelverarbeitung starten“. Oder direkt oben im Jobmanager-Fenster auf das runde Start-Icon. Es öffnet sich ein Fenster mit verschiedenen Angaben.

Du kannst folgende Angaben für alle Bilder im Jobmanager ändern:

  • Dateiformat und Grad der Komprimierung bei JPEG
  • IPTC Daten (META-Angaben zum Bild wie Suchbegriffe, Urheber, Ort, Zeit, Beschreibung)
  • Dateiname (Den Originalen behalten oder neuer Name mit Ziffer im Anhang)
  • Exportpfad – wo wird die neue Datei gespeichert?

Nach Klick auf „exportieren“ wird der Job erledigt.

Anmerkung: Wenn Du den Dateinamen beibehältst und auch das Dateiformat das Selbe ist, solltest Du einen anderen Ordner zum Speichern wählen.

Natürlich kann der Jobmanager viel mehr leisten…

Silverfast ist eine relativ teure Investition und kann mehr, als nur Tonwert, Helligkeit, Kontrast, Sättigung ändern und Kratzer entfernen. Wer das volle Potential von Silverfast HDR Studio nutzen möchte, findet auf Youtube viele nützliche Filmchen. In diesem Artikel geht es vorrangig um einen schnellen Einstieg in den Jobmanager von Silverfast, mit dem man hunderte Bilder in einem Ritt schnell bearbeiten kann.

Wenn ich Silverfast HDR und Lightroom nutze – wer hat vorrang?

Was meine ich damit? Nun, beide Programme wurden entwickelt um Bilder & Fotos zu manipulieren und zu verbessern. Eine Tonwertkorrektur findet man beispielsweise in beiden Programmen. Eine Funktion um Staub- und Kratzer zu entfernen nur in Silverfast. Um ein Optimum zu erreichen, lassen sich beide Programme hintereinander nutzen. Aber welche Software sollte zuerst abgefahren werden, um möglichst wenige Bildinformationen zu verschenken? Denn eines ist klar – wer beispielsweise den Kontrast erhöht, entzieht dem Bild viele Informationen, die später fehlen.

Ich persönlich ziehe Adobe Lightroom zur Optimierung und Beschneidung von Bider und Fotos vor. Erst danach kommt Silverfast HDR 9 Studio zum Einsatz um automatisch imn Stapelmodus Staub- und Kratzer entfernen zu lassen.