Domain/Website von 1&1 (IONOS) zu STRATO umziehen | Domainwechsel

Wordpress-/ Serverumzug 1und1 zu STRATO

Heute muss ich einen Domainwechsel (Providerwechsel) vornehmen. 1und1 wird langsam „unverschämt“ mit ihrer Preispolitik. Bei STRATO bekomme ich für 5 Euro im Monat eine SSL-Flat. Bei 1&1 zahle ich 3 Euro für 1x SSL im Monat.

Schritt 1: Autorisierungscode bei 1und1 holen

Diesen „Autorisierungscode“ brauchst Du für STRATO. Gehe einfach in dein 1und1 Domain-Center und folge den abgebildeten Screenshots.

Im Domaincenter klickst Du bei der betreffenden Domain auf „AKTIONEN“ und „Umzug & Verlängerung“. Im zweiten Fenster auf „Autorisierungscode anzeigen“. Dieser Vorgang gestaltet sich bisweilen recht zögerlich – habe etwas Geduld. Du kannst das Pop-up-Fenster auch schließen und später erneut vorbeischauen. Im Fenster Nr. 3 wird der für den Providerwechsel benötigte Autorisierungscode angezeigt.

Schritt 2: Bei STRATO anmelden & Domain suchen

Melde dich in dein STRATO Paket an, in welches du die bei 1&1 liegende Domain umziehen möchtest. Gehe in die Domainverwaltung, klicke auf Domains bestellen, gibt die URL ein und klick auf Suchen.

Zunächst werden dir alle möglichen freien Domains mit verschiedenen Domainendungen angezeigt. Manche Preise/Kosten hören sich wirklich verlockend an. Doch bedenke: Das sind die Lockangebote mit Preisen für die ersten 6 oder 12 Monate, danach wird es deftig. Außerdem willst du nicht diese Domain bestellen, du willst deine bei 1und1 gehostete Domain „bestellen“, also Umziehen.

Diese findest du dann auch ganz unten als letzte Domain aufgelistet. Ich habe in meinem STRATO Paket noch ein paar inklusiv-Domains übrig, weshalb statt der Kosten das Wörtchen „inklusiv“ vermerkt ist.

Der Umzug ist nun fast vollzogen, wenn du auf den blauen Button „Umziehen“ klickst.

In der sich öffnenden Website wirst du zuerst nach deinem Umzugs-Code gefragt. Dies ist der Autorisierungscode, den du von 1und1 erhalten hast. Gib ihn ein und scrolle runter. Dir wird ein Formular mit deinen Daten angezeigt, welche du ggf. ändern kannst. Aktiviere das Häkchen bei der Bestätigung der STRATO-AGBs und klicke auf „jetzt Inklusivdomain bestellen“, oder einfach nur auf „Domain bestellen“.

Das war es auch schon. Was den Providerwechseln der Domain, betrifft. Ich stoppte meine Stoppuhr und kann – hoffentlich – gleich davon berichten, wie schnell der Domainumzug vonstattenging.

Wie lang dauert der Umzug?

STRATO benötigte weniger als 2 Stunden für den Umzug, das ging ja relativ schnell.

Der große Schreck war genauso schnell da. Ich dachte gar nicht an die Folgendes des Providerwechsels! Aber das ist okay, die richte ich später schnell ein. Mailadressen waren natürlich weg. Aber auch meine komplette WordPress-Installation. Wie konnte ich den so blöd sein und nicht daran denken? Ich hätte im Vorfeld die Datenbank exportieren und in STRATO importieren sollen – so habe ich jetzt für eine kleine Weile eine tote Domain, wo sich der Googlebot berechtigterweise fragt: „Gibt es die Domain noch?“.

Wie ziehe ich meine WordPress-Installation um?

„Eigentlich“ gibt es komfortable Plugins für den Fall, dass du mit deinem WordPress umziehen willst, doch das habe ich ja schon mal verbockt. Aber kein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen. Die Domain ist zwar weg – von 1und1 hin zu STRATO – doch die Datenbank und alle Dateien auf dem alten Server existieren noch. Schnell exportiere ich also die Datenbank und importiere sie nach STRATO.

Datenbank

Zuerst exportierst du deine Datenbank von 1und1. Achte darauf, dass du überflüssige Tabelle NICHT exportierst, denn STRATO akzeptiert beim Import nur Datenbanken, die kleiner als 49 MiB sind. Alles andere wird umständlich. Es sei, du weißt, wie man größere Datenbanken/Tabelle importiert.

Lege nun bei STRATO eine neue Datenbank an und merke das von dir vergebene Passwort. Importiere anschließen deine zuvor exportierte Datenbank.

Webspace anlegen und WordPress-Installation einspielen

Lege bei STRATO ein neues Verzeichnis (Webspace) auf dem Server für deine WordPress-Installation an, stelle die Rechte ein (755).

In dieses Verzeichnis kopierst du deine komplette vorherige WordPress-Installation von 1&1 hinein.

Jetzt musst Du der zuvor umgezogenen Domain ihren neuen Webspace/Speicherplatz zuweisen. Gehe dazu bei STRATO in den Domaineinstellungen auf „Umleitung einrichten“ und wähle das zuvor angelegte Verzeichnis auf dem Server aus.

Tipp: Ich habe das Backup-PluginBackWPup“ am Laufen. Es erstellt regelmäßig komplette Sicherungskopien, die natürlich sehr viel Speicherplatz fressen. 5 GB sind da nicht unnormal. Doch wenn du deinen alten Webspace auf STRATO spiegelst, wird eben diese Datenmenge natürlich auch auf den neuen Server – unnötigerweise – hochgeladen. Wenn du es kannst – klammere diese Ordner vom Upload aus. Solltest du einmal eine Sicherungskopie vom alten Server benötigen – sie liegt ja noch auf deinen alten Server oder deinem Computer.

WordPress-Konfiguration ändern

Einfach die Domain umziehen und die alten Daten auf den neuen Server hochspielen? So einfach ist es nicht. Selbst wenn der Name der Domain der Alte ist – die Datenbank ist es definitiv nicht. WordPress wirft dir eine Fehlermeldung entgegen.

Im vorliegenden Fall muss der Domainname nicht geändert werden, es handelt sich ja „nur“ um einen Providerwechsel. Geändert hat sich hingegen der Name und die Daten der neuen Datenbank, alles anders ist geblieben.

Die Daten zur Datenbank findest du in der Datei „wp-config.php“ im Root, also dem Hauptverzeichnis deiner WordPress-Installation.

Mit den drei Angaben DB_NAME, DB_USER und DB_PASSWORD ist jedoch nicht getan. STRATO hat einen anderen Hostnamen.

/** MySQL hostname */<br>define('DB_HOST', 'rdbms.strato.de');

Jetzt geht es los – Die Fehlersuche!

Du hast meine Ratschläge befolgt, genauso wie ich die Ratschläge Anderer befolgte und nichts klappt?

Willkommen im Club. Es gibt viele Klugscheißer mit „todsicheren“ Anleitungen im Internet – doch wenn etwas nicht klappt, stehst du im Regen. Wie auch ich. Immer noch lächelt mich diese … böse … nichtssagende Fehlermeldung an. Diese Meldung kann wirklich alles Mögliche bedeuten. Ich hatte sie auch schon bei einem veralteten Plugin. Anhand dieser Meldung wirst du in keinster Weise schlau.

Die üblichen Verdächtigen

  • Natürlich nannte ich auf dem Server den Plugin-Ordner kurzzeitig um, damit ich ein Plugin als Fehlerquelle ausschließen kann. Nix Erfolg.
  • Ich kontrollierte, ob alle Dateien fehlerfrei auf den neuen Server hochgeladen wurden. Wurden sie.
  • Wurde die richtige Datenbank in die wp-config.php eingetragen? Ja.
  • Sind alle Tabellen in der neuen Datenbank vorhanden? Ja.

Mit System und „Trial and Error“

Nun ging ich systematisch vor, fing bei der index.php im Hauptverzeichnis an. Ihr spendierte ich eine kleine Zeile PHP-Code:

echo "index.php wird geladen";

Die nächsten Dateien, welche von WordPress geladen werden, sind:

  • wp-blog-header.php
  • wp-load.php
  • wp-config.php
  • wp-settings

Ihnen spendete ich allen meinen kleinen Code und alle Dateien zeigten an, dass sie geladen wurden. Die Webseite sah ich aber dennoch nicht.

Stimmte etwas mit den Datenbank-Zugangsdaten nicht? Um das zu prüfen, schummelte ich Fehler in die wp-config.php einer anderen WordPress-Installation rein und schaute, was WordPress in so einem Fall für eine Fehlermeldung ausspuckt. Jetzt wusste ich: Die Angaben zu meiner Datenbank waren NICHT der Fehler.

DEBUG-Modus entdecken und nutzten

Als ich die wp-config.php weiter Zeile für Zeile durchging, fiel mir der Eintrag „define (‚WP_DEBUG‘, false);“ auf. Na klar, WordPress hat eine Debug-Funktion. Sie ist aber nicht in jeder wp-config.php eingetragen oder auf „true“ gesetzt und es müssen auch noch weitere „Dinge“ aktiviert werden.

define ('WP_DEBUG', true);
define('WP_DEBUG_LOG', true);
define ('WP_DEBUG_DISPLAY', true);

WP_DEBUG aktiviert den Debug-Modus. WP_DEBUG_LOG legt im Ordner „wp-content“ ein Logfile an und WP_DEBUG_DISPLAY zeigt die Fehlermeldung direkt im Browser an. Letzteres sollte eventuell auf ‚false‘ stehen, den es wird die Fehlermeldung:

„Warning: Cannot modify header information – headers already sent by (…)“

ausgegeben. Am Ende ist das aber wiederum egal, weil die Webseite ja eh (noch) nicht funktioniert.

… tatsächlich wurde ein (der?) Fehler angezeigt

[23-Apr-2022 06:34:08 UTC] PHP Parse error: syntax error, unexpected token „;“, expecting „)“ in /mnt/web202/a1/51/59419051/htdocs/d_holiday/wp-includes/formatting.php on line 5998

Der Fehler lag in den Daten eines Arrays. Warum das nun plötzlich bockig wurde – keine Ahnung. Vor dem Umzug lief alles super. Stimmte etwas mit einem Zeichensatz, einer Codierung nicht? Ebenfalls keine Ahnung. Ich war an dieser Stelle einfach nur verdammt froh, einen Fehler gefunden zu haben, den ich entfernen kann. Wie?

Ohne mich lang mit Grundsatzfragen abzugeben, „schnitt“ ich den Fehler einfach aus dem Array heraus. Ich nutzte nie Emojis im Editor. Hingegen bin ich darauf angewiesen, dass Google meine Website schnell wieder findet und sie nicht aus den SERPS kickt.

Das ist nicht der einzige Fehler …

Das Gute: Das Frontend funktioniert, die Website ist erst einmal erreichbar, der Google-Bot findet wieder genügend Futter.

Das Ungünstige: Das Backend – der Adminbereich – ist „zerschossen“.

Prinzipiell sind alle Links vorhanden, doch unformatiert. Der Bereich mit dem Inhalt, welcher rechts neben der Navigation stehen sollte, wird am unteren Ende der kaputten Navigation angezeigt.