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Woher kommt der deutsche Bundesadler, ist er typisch deutsch?

Bundesadler, Bundeswappen Deutschland

Der Adler ist nach dem Löwen das zweithäufigste Wappentier. Schon die alten Griechen verbanden ihn mit dem Gott Zeus, während die Römer Jupiter als Adler betrachteten. Als Symbol steht der Adler für Unsterblichkeit, Kraft, Mut und Weitblick.

Bei den Germanen stand der Adler für Odin. Selbst Saladin, ein arabischer Sultan und islamischer Herrscher aus dem 12. Jahrhundert, schuf ein Adlerwappen, das dem bundesdeutschen Adler aus dem Bundeswappen sowohl in Form- als auch Farbgebung sehr nahe kommt. 

Die alten Germanen und Ägypter sowie Christen und Muslime nutzten das gleiche Wappentier und kommen damit bisweilen unserem Bundesadler sehr nahe.

Der Adler als Wappentier ist somit keine deutsche Erfindung, auch wenn mit dem „Bundesadler“ etwas Urdeutsches assoziiert wird. Allerdings ist der „deutsche“ Adler, sowie fasst alle europäischen Adler, ein Nachfahre des römischen Adlers. Die Römer verwendeten den einköpfigen Adler bereits etwa 100 vor Christus als Wappenzeichen.

Es gibt mehrere Variationen des Bundesadlers. So ähnelt beispielsweise der Bundesadler auf den Euro-Münzen der altbekannten „fetten Henne“ – auch „Bundesadler 1“ genannt – einem Entwurf von Ludwig Gies aus dem Jahre 1953. Der Name kommt durch das etwas füllige Aussehen, das mehr einer dicken Henne als einem durchtrainierten Adler gleicht.

Die Bundesadler 2 bis 5 ähneln sich und haben nur wenig mit dem Bundesadler aus dem Bundeswappen gemein.

Aber auch der „alte“ Bundesadler, welcher uns heute noch aus dem Bundeswappen heraus anschaut, ist lediglich eine Adaption älterer Vorgaben aus der Weimarer Republik.

Die aktuelle Form des Bundesadlers im Bundeswappen geht auf einen Entwurf von Tobias Schwab aus dem Jahre 1928 zurück und ist seit dem 20. Januar 1950 staatliches Hoheitszeichen auf Bundesebene.

Vorlage war der Reichsadler aus der Weimarer Republik von 1919. Reichspräsident Ebert legte die noch heute gültige Form fest: Ein schwarzer Adler mit roten Krallen und Schnabel auf gelben Hintergrund – die Farben der Weimarer Republik. Maßgebliche Entwürfe stammten vom dem deutschen Maler und Grafiker Emil Doepler und zählten zu seinen letzten größeren Arbeiten.

1921 wurde in der Standarte des Reichspräsidenten eine modifizierte Variante eingesetzt, welche bereits 1926 leicht modifiziert und bis 1933 beibehalten wurde.

Im „Dritten Reich“ während des Nationalsozialismus erhielt der Adler, damals Reichsadler genannt, eine völlig andere Form. Der Entwurf stammte von Adolf Hitler, der sich in jungen Jahren als Maler zu etablieren versuchte. Zuerst war er nur für das Parteisymbol der NSDAP vorgesehen, wurde dann aber 1935 in leicht modifizierter Forma auch als neues Hoheitszeichen verwendet.

Erst im Jahre 1936 wurde eine Definition des Hoheitszeichens in der „Verordnung über die Gestaltung des Hoheitszeichens des Reichs“ festgelegt. Der Kopf des Reichsadlers soll nach rechts blicken, wohingegen der Kopf des Parteiadlers nach links zu schauen hat.

In der Praxis wurde der Reichsadler aus der Weimarer Republik aber aufgrund einer Umstellungsfrist bis zum 31.März 1937 verwendet.

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